Kakteen stellen zwar nur sehr geringe Ansprüche was die Wasserversorgung betrifft, dafür aber umso mehr an das Erdreich. Wer sich also wünscht, dass der neu erworbene Kaktus optimal wächst, sollte unbedingt einen Blick auf das Pflanzensubstrat werfen, in dem der Kaktus steht. Oftmals werden die Kakteen zum Verkauf nämlich lediglich in minderwertige Pflanzenerde gesetzt, in der sie mehr schlecht als recht gedeihen. Demnach ist es umso wichtiger den gekauften Kaktus zu Hause in geeignete Erde umzutopfen. Doch was ist denn nun die perfekte Erde für Kakteen? Mit dieser Frage beschäftigen sich zahlreiche Pflanzenliebhaber und Hobbygärtner. Exakt aus diesem Grund widmen auch wir uns in diesem Ratgeber der Thematik bzgl. der richtigen Erde für Kakteen, sodass auch Sie lange Zeit Freude an Ihrem neuen Kaktus haben werden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Je nach Art haben Kakteen unterschiedliche Ansprüche an ihr Erdreich. Fasskakteen aus Südamerika bevorzugen zum Beispiel einen lehmigen und leicht sauren Boden.
- Spezielle Kakteenerde eignet sich besonders gut für Kakteen, denn sie erfüllt alle erforderlichen Eigenschaften, die Kakteen für ein gesundes Wachstum benötigen.
Die Ansprüche von Kakteen
Im Allgemeinen kann man natürlich sagen, dass Kakteen recht anspruchslos und pflegeleicht sind. Das liegt in erster Linie jedoch lediglich daran, dass sie nur sehr selten gegossen werden müssen. Doch gerade, weil Kakteen als Sukkulenten an besonders extreme Standorte angepasst sind, ist die richtige Erde für ein gesundes Wachstum von besonders großer Bedeutung. Schließlich können Kakteen nur dann gut wachsen, wenn sie ihre Wurzeln gut entfalten können. Dies hilft ihnen nämlich dabei, die wichtigen Nährstoffe aus dem Substrat aufzunehmen.
Die Bestandteile qualitativ hochwertiger Kakteenerde
Die meisten Kakteen, die es bei uns zu erwerben gibt, kommen in recht kleinen Töpfen daher. Aus diesem Grund ist es recht aufwändig, für jede Kakteen-Art eine individuelle Erdmischung herzustellen. Im Optimalfall setzen Sie daher am besten auf eine qualitativ hochwertige Universalmischung. Dieser können Sie bei Bedarf auch den ein oder anderen Bestandteil untermischen. Wichtig ist, dass spezielle Kakteenerde hervorragende Wasserspeichereigenschaften aufweist. Ebenso sollte sie möglichst durchlässig, locker aber dennoch strukturstabil sein. Auch eine gute Durchlüftung ist von wichtiger Bedeutung.
Die einzelnen Bestandteile von hochwertiger Kakteenerde sind dabei normalerweise Blumenerde, Anzuchterde oder Kompost. Letzteres muss allerdings über mehrere Jahre gut abgelagert sein. Weitere Bestandteile sind Quarzsand, Torf oder Kokosfasern, Bims und Lavabruch bzw. Blähtonbruch und grob krümeliger, trockener Lehm oder Ton. Aus all diesen einzelnen Komponenten lassen sich unterschiedliche Substrate mischen, die von Kakteen meist sehr gut vertragen werden.
Wissenswert: Je trockener und sandiger der natürliche Standort der Kakteen-Art ist, desto höher sollte der Mineralanteil in der Erde sein.
Die richtige Erde für Kakteen selbst anmischen: So geht‘s!
Möchten Sie eine einfache Universal-Kakteenerde anmischen, so benötigen Sie 50 Prozent Blumenerde oder alternativ Anzuchterde mit einem Quarzsandanteil von 20 Prozent, 15 Prozent Blähton- oder Lavabruch und 15 Prozent Bims. Möchten Sie eine etwas individuellere Mischung herstellen, so verwenden Sie 40 Prozent Humus, 30 Prozent Kokosfasern oder Torf und 30 Prozent Lehm oder Ton. Dieser Mischung fügen Sie dann pro Liter eine Handvoll Quarzsand hinzu. Wichtig ist, dass Sie die Kokosfasern vor der Verarbeitung in etwas Wasser einweichen. Anschließend verarbeiten Sie diese leicht feucht, aber keinesfalls komplett nass. Ebenso relevant ist, dass der Ton bzw. Lehm nicht zu feinkrümelig sind. Anderenfalls wird die selbstgemachte Kakteenerde zu kompakt.
Zudem sollten Sie für den Sandanteil keinesfalls klassischen Spiel- oder Bausand verwenden, denn dieser verdichtet zu stark. Mischen Sie nun alle genannten Bestandteile in eine flache Kiste und lassen Sie die Mischung für mehrere Stunden sacken. Danach mischen Sie die Erde erneut gut durch.
Unser Tipp: Wussten Sie, dass die meisten Kakteen einen niedrigen pH-Wert bevorzugen? Diesen erreichen Sie, indem Sie zum Beispiel statt Humus auf die Verwendung von Rhododendronerde setzen.
Sofern Sie zur Mischung Ihrer Kakteenerde Blumenerde verwendet haben, sollten Sie das erste Jahr auf das Düngen verzichten. Blumenerde ist nämlich von Haus aus bereits vorgedüngt.
Kakteenerde regelmäßig erneuern!
Wichtig für ein gutes und gesundes Wachstum Ihrer Kakteen ist natürlich auch der regelmäßige Austausch des Substrates. Tauschen Sie dieses am besten alle zwei bis drei Jahre durch neues aus. Warum? Ganz einfach: Die mineralischen Zuschlagstoffe wie Blähton, Perlite und Co., die einen direkten Einfluss auf die Struktur und Textur eines Substrates haben, sammeln nach und nach Salz an. Dieser Vorgang ergibt sich durch das regelmäßige Gießen und Düngen.